Zweiter Österreichischer Wasserstraßentag:
Donauausbau für den Klimaschutz
3Länder-Treffen Österreich-Ungarn-Bayern
Beim 2. Österreichischen Wasserstraßentag des Österreichischen Wasserstraßen- und Schifffahrtsvereins legten mehr als 200 Teilnehmer ein deutliches Bekenntnis zur Donau als umweltfreundlichstem Verkehrsträger ab. In Verkehrs-Staatssekretärin Christa Kranzl haben sie eine engagierte Befürworterin ihrer Anliegen. Sie will ihre deutschen Politiker-Kollegen von den Vorteilen eines Donauausbaus überzeugen.
Am 11. Mai veranstaltete der Österreichische Wasserstraßen- und Schifffahrtsverein (ÖWSV) den 2. Österreichischen Wasserstraßentag an Bord des Donauschiffes „Regina Danubia“ der Passauer Reederei Wurm + Köck. ÖWSV-Präsident Siegmar Hanser konnte mehr als 200 Gäste aus Österreich, Deutschland und Ungarn zu einer Flussfahrt im Raum Krems begrüßen. Ziel der Veranstaltung war jedoch keine Vergnügungsreise, sondern eine engagierte Diskussion über die Vorteile des Verkehrsträgers Wasserstraße. Mit an Bord: Die österreichische Verkehrs-Staatssekretärin Christa Kranzl, Tamás Marton als Vertreter des ungarischen Verkehrsministeriums, Horst Kleemeier vom Bayerischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium sowie Axel Eisele vom Deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverein.
Kein Verkehrsstau auf der Donau - Schiffe erreichen termingerecht ihr Ziel
In der kurzen Zeit ihrer Tätigkeit als Verkehrs-Staatssekretärin hat sich Christa Kranzl bereits einen guten Ruf als Befürworterin der Donauschifffahrt gemacht. Ihm wurde sie auch bei einer Podiumsdiskussion unter Leitung von ORF-Moderatorin Christa Kummer gerecht. Ziel ist ein Güterverkehrsvolumen von 30 Millionen Tonnen jährlich auf der österreichischen Donau bis 2015; also etwa eine Verdreifachung der heutigen Transportmenge. Dazu müssen vorhandene Engstellen beseitigt und die Donauflotte modernisiert werden.
CO2 Reduktion durch Schiffstransporte
Das Engagement für eine Verlagerung von Teilen des Güterverkehrs auf die Donau ist ökologisch motiviert. Bei der Wasserstraße handelt es sich eindeutig um den umweltschonendsten Verkehrsträger. Güter können bei gleichem Treibstoffverbrauch 100 Kilometer auf der Straße, 300 Kilometer auf der Schiene, jedoch 370 Kilometer auf der Donau transportiert werden. Auch die CO2-Bilanz fällt positiv aus. Der Transport eines Normcontainers vom Schwarzen Meer nach Österreich verursacht einen CO2-Ausstoß von 933 Kilogramm auf der Straße. Mit dem Schiff fallen für die gleiche Strecke nur 349 Kilogramm CO2 an. Kranzl sieht deshalb beste Chancen für die Zustimmung von Umweltschutz-Organisationen zu einem umweltfreundlichen Ausbau der Donau.
Staatssekretärin pro Donau
In Österreich wurde ein entsprechendes Programm für die Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen zwischen Wien und der slowakischen Grenze bereits in Angriff genommen. Mit großen Problemen ist die internationale Donauschifffahrt aber auch in Bayern und in Ungarn konfrontiert. Für Ungarn soll im Herbst, so Marton, eine Studie abgeschlossen werden, in der entsprechende Ausbaumaßnahmen evaluiert werden. Nachhaltig behindert wird die Schifffahrt von einer Seichtstelle zwischen Straubing und Vilshofen in Bayern. Während sich die Bayerische Staatsregierung für einen Donauausbau stark macht, konnte die Deutsche Bundesregierung davon noch nicht überzeugt werden. Beim 2. Österreichischen Wasserstraßentag versprach Staatssekretärin Christa Kranzl, dem deutschen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee eine Zustimmung zu den bayerischen Ausbauplänen abzuringen und wurde von den Teilnehmern dafür mit einem Sonderapplaus bedacht.
Im Rahmen der Schifffahrt lernten die Gäste an Bord der „Regina Danubia“ auch die interessanten Möglichkeiten der Wasserstraße an zwei praktischen Beispielen kennen. Der konsequent zum trimodalen Logistikknoten ausgebaute Hafen Krems – ein seit fast 70 Jahren funktionierendes PPP-Modell der Stadt Krems und dem privaten Mierka Donauhafen – erhöhte seinen Wasserumschlag im Vorjahr um 70 Prozent. In den ersten Monaten dieses Jahres wurde diese Steigerungsrate noch übertroffen. Der Kremser Bürgermeister Franz Hölzl weist deshalb mit Stolz auf die Wichtigkeit des Hafens für die regionale Entwicklung hin, was durch aktuelle Investitionen (beispielsweise der Voest Alpine) unterstrichen wird.
Agrana trägt zu CO2-Reduktion bei
Agrana siedelte ihr neues Bioethanol-Werk in Pischelsdorf nahe Tulln an. Die erste industrielle Bioethanol-Anlage in Österreich soll ab Oktober jährlich rund 240.000 Kubikmeter Bioethanol und 170.000 Tonnen Eiweißfuttermittel liefern. Bioethanol wird als CO2-sparende Beimengung zu Benzin eingesetzt. Für die Wahl des Standortes Pischelsdorf war die Lage unmittelbar am Flussufer ein wesentliches Kriterium. Einziger Wermutstropfen: Bioethanol darf das Unternehmen aus rechtlichen Gründen derzeit nicht direkt auf Schiffe verladen.
Mit dem 2. Österreichischen Wasserstraßentag setzte der Österreichische Wasserstraßen- und Schifffahrtsverein auch in diesem Jahr einen imposanten Impuls zur Förderung der Schifffahrt auf der internationalen Wasserstraße Donau. An einer Fortführung dieser Aktivitäten im kommenden Jahr wird bereits gearbeitet.
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Österreichischer Wasserstraßen- und Schifffahrtsverein (ÖWSV)
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